Sammeln, tauschen und bunte Grafik vs Anime, Gewalt und coole Sprüche

Momentan streiten sich 2 Spiele um die Vorherrschaft bei mir. Battleforge für den PC und Afro Samurai für die XBox 360. Beide haben durchaus ihren Reiz und begeistern durch ihren ganz eigenen Charme.

Battleforge

Nachdem ich zum Ende der Battleforge Beta noch nen Platz abbekommen habe, hab ich das Spiel dann vorbestellt.  (In letzter Zeit krieg ich erschreckend oft Beta Keys, hoffentlich bleibt das so.) Ich lass mir doch keine Extra Karten in einem Sammelkartenspiel entgehen.

Und ich bin bis jetzt wirklich angenehm überrascht. Die Grafik, wenn auch sehr bunt ist sehr passend. Der Comicstil zielt zwar auf eine etwas jüngere Zielgruppe, aber weiss trotzdem zu gefallen. Dazu wirklich klasse Animationen. Besonders die großen Einheiten wurden mit wirklich viel liebe zum Detail gestaltet.

Sound ist ok. Deutsche Synchronsprecher kann man sich allerdings sparen. Da kommt bei den Englischen deutlich mehr Flair rüber.

Die Singleplayer Story ist allerdings wirklich sehr kurz. Da bleibt nur zu hoffen, das da noch einige Missionen nachgeschoben werden. Es gibt schliesslich genug Leute die nicht ständig Koop oder PvP machen wollen und auch für diese Kunden sollte genug Spiel vorhanden sein.

Spielen tut sich das ganze relativ flott. Da kein Basisbau nötig ist ufern die Missionen zeitlich nicht aus. Dazu gibt es teilweise Zeitbegrenzungen, also kann man auch mal mit weniger Zeit eine Mission in Angriff nehmen. Eine halbe Stunde bis Stunde sollte man aber pro Missionen einplanen. Benötigt der erste Schwierigkeitsgrad nur begrenzt Taktik, steigt der Anspruch auf den beiden höheren Schwierigkeitsgraden deutlich an. Besonders in Koop Missionen muss man schon gute Absprache und Taktik ins Spiel bringen um siegreich zu sein.

Doch hat jeder wirklich die gleichen Chancen? Ich denke nicht. Sicherlich lassen sich die Singleplayer Missionen mit den anfänglichen Karten und zur Not durch getauschte Karten alle bestehen. Doch im Koop und vorallem im PvP werden zwangsläufig Spieler die mehr in ihren Kartenpool investieren deutlich besser darstehen. Gut, das war eigentlich schon vorher klar, so funktioniert das bei Sammelkartenspielen. Damals mit den Magic Karten war es auch nicht anders (und was hab ich da an Taschengeld verbraten…). Dadurch ist PvP für mich auch weniger von Interesse. Zwar hab ich noch ein paar Punkte extra in Karten investiert, doch 100%ig zufrieden bin ich mit meinen Karten und den daraus resultierenden Möglichkeiten noch nicht. Allerdings hab ich es auch nicht eilig alles zu bekommen. Noch hab ich genug im Singelplayer zu tun und auch im Koop zu zweit oder viert wartet noch so einiges. Allerdings wird es garantiert genug Spieler geben die für genug Umsatz sorgen, so dass auch in Zukunft noch weitere Inhalte für das Spiel erscheinen werden. Auch neue Karten sind ziemlich sicher, da jetzt schon von ‚Editionen‘ bei den Boostern gesprochen wird.

Einen etwas merkwürdigen Beigeschmack hinterlässt das ganze System jedoch. Auch wenn das Spiel Spass macht, sind die eventuellen hohen Langzeitkosten auch irgendwo abschreckend.

 

Afro Samurai

Eines der auf Konsolen relativ beliebten Ninja Spiele. Der Held kämpft sich meist recht blutig durch Gegnermassen um am Ende den großen Oberbösewicht gegenüber zu stehen. Vieles läuft hier genauso, aber es sind die kleinen Unterschiede die das besondere an Afro Samurai ausmachen.

Basierend auf einer 5 teiligen Animeserie (in Amerika ist schon eine 2. Serie erschienen) ist die Geschichte des Spiel und auch der Serie schnell erklärt. Es geht um 2 Stirnbänder, die Nummer 1 und die Nummer 2. Der Träger der Nummer 1 gilt als stärkster Kämpfer der Welt, darf aber nur vom Träger der Nummer 2 herrausgefordert werden. Die Nummer 2 darf von jedem herrausgefordert werden. Die Story beginnt im Kindesalter des späteren Helden. Sein Vater ist der Träger der Nummer 1 und wird vom Schurken ‚Justice‘ getötet. Daraufhin schwört der kleine Afro Samurai Rache und einige Jahre später findet man sich auf diesem Rachefeldzug in dem Spiel wieder. So gilt es zuerst den Träger der Nummer 2 zu finden und zu besiegen um sich dann dem eigentlichen Feind zu widmen.

Da brauch man nichts schönreden, das ganze gab es schon öfters, einen Innovationspreis gewinnt mit der Story niemand, aber das ganze bietet noch mehr. Zum einen ist der Held nicht der typische Asiate, sondern ein kiffender Schwarzer (der Name lässt es ja schon vermuten) und um außerdem das ganze auf die Spitze zu treiben wird der Held im Spiel und der Serie von Samuel L. Jackson gesprochen. Auch die Nebenrollen sind mit bekannten Stimmen besetzt. Der Soundtrack wurde von der bekannten Hip Hop Größe RZA eingespielt, der auch schon bei dem Film Ghostdog sein Händchen für das Thema bewiesen hat. Man muss Hip Hop nicht mögen, aber die Kombination der Musik und der Sprecher sorgen für eine sehr gute atmosphärische dichte.

Doch zum eigentlichen Spiel. Der Held kämpft sich also durch die Gegnermassen um irgendwann den eigenen Vater rächen zu können. Das ganze geht auch ziemlich blutig zur Sache. Wobei der Comicstil dem ganzen einiges an Härte nimmt. Für Kinderhände ist es aber dennoch nichts. Und so ist es nicht verwunderlich, das es nicht in Deutschland erschienen ist.

Besonders gefällt mir, das es im Spiel keinerlei Anzeigen gibt. Kein Lebenbalken, kein Kompass und keine Energie, der komplette Bildschrim wird für die Präsentation verwendet. Verlust von Lebensernergie wird durch leichte rötliche Färbung der Kleidung dargestellt. Das ganze funktioniert wunderbar und kein hektischer Blick auf einen Balken lenkt von den Kämpfen ab. Auch die Fokusenergie, wird für Zeitlupenattacken benötigt, kommt ohne lästige Balken aus.

Das ganze ist natürlich nicht neu. Schon in Dead Space wurde auf sämtliche Anzeigen verzichtet. Doch mir persönlich gefällt die Art der Darstellung bei Afro Samurai noch einen Tick besser als bei dem Horror Shooter.

Auch Genretypisch ist das Repertoire des Helden. Unzählige Kombos aus Schwertschlägen, Tritten und auch einigen Würfen stehen zur Verfügung und werden im späteren Spielverlauf auch nötig um mit den immer widerstandsfähigeren Gegnern fertig zu werden. Auch gekonnten Einsatz der Zeitlupe ist vor allem in Bosskämpfen unumgänglich. Das macht das Spiel etwas anspruchsvoller, ohne so unfair zu werden wie ein Ninja Gaiden 2 zum Beispiel.

Ein anscheinend großes Problem bei all diesen Spielen scheint wohl die Kamera zu sein. Auch hier würde großer Verbesserungsbedarf bestehen. Oft genug ist man mit nachjustieren beschäftigt während die Gegner einem das Leben schwer machen.

Doch trotzdem spielt sich das ganze sehr flüssig. Die Kombos gehen sehr gut von der Hand. Atmosphäre ist wie schon gesagt sehr gut und da lässt sich auch mit der mäßigen Kamera leben. Auch die in anderen Spielen teilweise nervigen Sprung- und Geschicklichkeitseinlagen gehen locker von der Hand. Mit einem dazu ein fast zu fairem Checkpointsystem bietet das Spiel wenig Frustmomente, sondern einige Stunden an guter Unterhaltung.

 

Doch gibt es einen Gewinner im ‚Duell‘ der beiden Spiele? Nein. Afro Samurai bietet klasse Konsolenaktion mit super Atmosphäre. Battleforge steht im Singleplayer etwas schwächer da, doch punktet mit Multiplayer und zukünftigen Erweiterungen definitiv mehr Langzeitmotivation. Und wirklich vergleichen lassen sich die beiden eh nicht und so wechsel ich auch munter zwischen beiden Spielen… doch werd ich sicherlich noch Battleforge spielen wenn der Samurai erledigt ist.

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