Amoklauf und die Suche nach den Schuldigen

Mein Beileid an alle Angehörigen der Opfer. So eine schreckliche Tat erschüttert uns zurecht und macht einige Zustände in unserem Land sehr fragwürdig. Die persönlichen Probleme die zu so einer Tat führen sind nur sehr schwer zu begreifen und lassen uns fassungslos zurück.

 

 

 

 

Wie zu erwarten war die Diskussion in den Medien über den Tag gewaltig. Jetzt langsam sind die meisten Fakten gesammelt und ein Bild zeichnet sich ab. Da darf eine Sendung wie ‚Hart ab Fair‘ natürlich nicht fehlen. Auch einige der Teilnehmer der Diskussionsrunde waren mir klar bevor ich die Namen hörte. Da waren diesmal: Wolfgang Bosbach (CDU und 3facher Familienvater), Rebecca Bondü (Diplom-Psychologin an der FU Berlin), Johannes Struzek (Schüler, 19 Jahre), Prof. Christian Pfeiffer(Direktor des Kriminologischen Instituts Niedersachen) und Tom Westerholt (Computerspielexperte beim WDR).

Der Anfang der Diskussion lief auch noch sehr sachlich und fair. Es wurde nicht gleich die ‚Killerspiel-Sau‘ durch das Dorf getrieben. Es wurde ein wenig das soziale Umfeld und sehr direkt die Mobbing-Situation an deutschen Schulen beleuchtet. Doch nach ungefähr einer halben Stunde ging es wieder los. Die bösen Killerspiele. Betonte Prof. Christian Pfeiffer zuerst noch das ‚Killerspiele‘ nicht der generelle Grund für Amokläufe sein, fiel auch er wieder in sein für sich typisches Muster. Herr Bosbach war auf einem ähnlichen Kurs.

Äußerst unprofessionel war mal wieder der Bericht über Counter-Strike. Zuerst ein Rückblick ins Jahr 2006 wo das ganze schon einmal stattfand und diesmal zeigte man uns 22 Sekunden aus dem bösen Killerspiel. Der Unterton des Berichts zeigte wie wenig Fachkenntnis in der Redaktion doch vorhanden ist.  

Anschließend versuchten sowohl der Schüler Struzek, als auch Herr Westerholt Counter-Strike und Computerspiele allgemein in das richtige Licht zu rücken. Doch wurden beide sehr oft unterbrochen und ihnen sogar teilweise das Wort abgeschnitten. Jedoch konnten sie sich soweit gehör verschaffen, dass Millionen Leute Counter-Strike spielen und eben nicht Amok laufen, sondern ein völlig normales Leben führen. Doch eingegangen auf die Thematik ist man nur beiläufig. Man hatte den Eindruck das man an diesen Punkten in der Sendung nur wenig interesse hat.

Es gab auch noch einen Bericht wie Minderjährige teilweise problemlos an für sie nicht freigegebene Spiele gelangen. Dort wurde zumindest sachlich die mangelnde Umsetzung der Gesetze durch den Handel kritisiert.

Abschliessend hinterlässt die Sendung bei mir gemischte Gefühle in der Hinsicht wo die Diskussion diesmal hinführen wird. Obwohl auch aus Richtung der Spielegegner einige guten Punkte angeführt wurden, bleibt halt die teilweise sehr subjektive Kritik an dem ganzen. Der Punkt des Elternhauses wurde auch fast komplett ignoriert. Es gibt zwar wenige Fakten dazu momentan, aber immerhin wurde gesagt, das es sehr fraglich ist, warum der Vater soviele Waffen zu Hause haben muss und warum davon auch noch mindestens eine nicht weggeschlossen war. So liegt meine Kritik weniger an den Aussagen der Teilnehmer der Sendung, als an der Richtung in der die Sendung ablief und von Herrn Plasberg gelenkt wurde.

Zumindest wurden bis jetzt noch nicht Computerspiele als Teufel an die Wand gemalt so bleibt ein wenig Hoffnung, dass diesmal ein wenig mehr an den eigentlichen Ursachen gearbeitet wird, als an dem Tropfen auf dem heissen Stein. Bis jetzt sind Computerspiele zwar nocht nicht der Hauptschuldige, aber früher oder später wird die Diskussion und unprofessionelle Berichterstattung darüber auch wieder in einigen Medien ankommen.

Sicherlich können gewaltätige Medien (egal in welcher Form) eine negative Wirkung auf geistig nicht gefestigte Personen haben, jedoch sollte doch viel eher daran gearbeitet werden das besonders junge Menschen in diesem Land zu geistig gefestigten Erwachsenen heranwachsen, anstatt gleich wieder mit der großen Verbotskelle auszuholen. Da stimmen sogar ein Prof. Pfeiffer und ein Herr Bosbach zu… 

Auch bei Freizeitheld gibt es einen Beitrag zum Thema.
Endoflevelboss schreibt auch was zum Thema.

Advertisements

2 Antworten to “Amoklauf und die Suche nach den Schuldigen”

  1. Die Medien scheinen wenigstens in langsamen Schritten zu lernen und in ein paar Jahren wird das dann gänzlich differenziert betrachtet – wobei natürlich zu hoffen ist, dass so etwas nicht noch einmal stattfindent. Vermeiden kann man es allerdings nur schwer.

    Das Ding is auch, dass die diversen Politiker unter Druck stehen und möglichst schnell Antworten auf die Frage „Was führte den Täter zur Tat“ geben müssen und da bieten sich die Spiele immer an, da ein Großteil der Bevölkerung damit nichts anfangen kann und die teilweise falschen Aussagen einfach hinnimmt.

    Denke aber wie auch du, dass man die Wirkung von Computerspielen nicht ignorieren darf – sie haben eine Wirkung. Positive wie Negative. Aber sie sind nur sehr bedingt Mitschuld an solchen Taten.

    Wie auch immer – schöner Artikel! =)

    so far
    Tom

  2. Jack ( Morlok ) Says:

    Hoi,

    20 % der Amokläufer Spielen Killerspiele, 99 % Essen Brot.
    Soviel mal dazu.

    Und dazu warum der Vater „so viele“ Waffen zuhause hatte sei erwähnt das er Sportschütze ist.
    Bin ich selbst auch und wer viele Disziplinen Schießt braucht halt viele Waffen.
    Total daneben das er eine Waffe mit Munition im Schlafzimmer liegen hat. In der Konsequenz wird er wohl auch all seine Waffen verlieren und so schnell keine mehr bekommen ( rein waffenrechtlich)

    Zum Schluß auch von mir ein Beileid an alle Opfer und Angehörigen!!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: