Warum machen wir das eigentlich alles mit?

Ja was überhaupt? Ich erzähl ja nichts neues damit, dass unser Hobby ziemlich teuer ist. Für die XBox schlagen Spiele solange sie neu sind gerne mal mit 70 Euro zu buche. Sammler Ausgaben gerne auch nochmal etwas mehr. Auf dem PC ist es nicht ganz so arg, aber auch da sind die Preise für die Qualität die teilweise geboten wird ganz schön dreist.

Klar gibts oft Angebote und auch der Budget Bereich ist in Deutschland ja recht ausgeprägt und es ist manchmal schon erstaunlich was für Titel wie schnell für wenig Geld zu haben sind. Aber ein flaues Gefühl bleibt irgendwo. Denn schauen wir mal zu unseren Nachbarn ergibt sich ein völlig anderes Bild.

England zum Beispiel. Brandneue Konsolen Titel kosten momentan zwischen 30 und 40 Pfund. Selbst mit Versand und Umrechnung in Euro spart man da locker 20 Euro pro Spiel. Doch nicht nur das, teilweise kriegen unsere Nachbarn dann teilweise auch noch mehr für weniger Geld und da meine ich ausnahmsweise mal nicht die Zensur…

Jüngstes Beispiel ist die Collectors Edition von Resident Evil 5. Der Bonusinhalt ist meiner Meinung nach bei uns sowieso fast nicht erwähnenswert (‚Making of‘-Video und Trailer des neuen animierten Films der schon lange erhältlich ist), doch in England gibts zusätzlich noch eine Art Schild und die US Version ist am üppigsten. Da gibts noch ne Tasche, nen Anhänger in Afrika Form, ne Figur von Chris Redfield und eine Aufnäher. Klar ist die US Version noch nen Tick teuerer aber soviel mehr als unsere minimal Collectors ist es auch nicht wenn man nen guten Händler findet.

Hier mal Vergleichsbilder:

Deutsche Collectors

Deutsche Collectors

 

Englische Collectors

Englische Collectors

 

Amerikanische Collectors

Amerikanische Collectors

 

Ob man das alles braucht muss nun jeder für sich selbst entscheiden, aber ich steh auf solchen Kram und greif daher gerne mal zur Sammler Ausgabe. Jüngst erst günstig die Worldshift Collectors bei Amazon (25 Euro). Klar, das Spiel ist nicht neu und auch eher gewöhnungsbedürftig, doch da gabs wenigstens ordentlich Bonusinhalt:

WorldShift-Wendeposter
Audio-CD mit dem Original-Soundtrack
Mousepad mit Spielmotiv
Lanyard (Schlüsselband)
WorldShift-Sticker-Set
Ein Artbook (das allerdings ziemlich dünn ist)

Auch bei MMOs sind die Sammler Editionen gerne mal sehr üppig. Jüngstes Beispiel Warhammer Online und Age of Conan. Beide in meinem Besitz.

Warhammer Online Collectors Edition

Warhammer Online Collectors Edition (Comic, Artbook und Figur)

Dazu noch Ingame Gegenstände, Quests und ‚Fluff‘ und ein Mousepad. Dazu eine wirklich hochwertige Aufmachung im schweren Karton mit sehr schönem Artwork. Bei Age of Conan war es ähnlich. Blizzard liefert auch mit jedem Addon wieder eine ordentlich gefüllte Box und auch eher kleine Titel wie Tabula Rasa hatten eine ordentliche Collectors Edition. Zumindest in dem Bereich haben die Entwickler und Publischer ihre Hausaufgaben gemacht.

Doch worauf ich ja eigentlich hinaus will ist, dass wir hier nicht nur teilweise weniger Ware kriegen, sondern auch im weltweiten Vergleich ziemlich viel bezahlen. Ich würde sogar behaupten, dass die Publisher die Preise um nochmal 10 Euro erhöhen könnten und ein großteil der Käufer würde als brave Schäfchen weiterhin völlig überteuert bei ‚Ich bin doch nicht Blöd‘ oder ‚Geiz ist Geil‘ kaufen. Bei kleinen Einzelhändler seh ich solche Preise ja fast noch ein. Da haben die Verkäufer meist deutlich mehr Ahnung und Beratung und Service ist deutlich höher als im Elektro-‚Fach‘-Markt. Dazu die Chance auf gebrauchte Spiele zu akzeptablen Preisen.

Da sind andere Spielernationen deutlich weiter. Zuletzt in Südafrika wollte Microsoft den Preis für XBox 360 Spiele wegen hoher Wechselkursschwankungen erhöhen. Die Preise sollten von 699 Rand (ca 58 Euro) auf 900 Rand (ca 75 Euro) erhöht werden. Doch nach massiven Protesten und Androhungen der Spieler nur noch zu importieren nahm Microsoft das ganze Vorhaben zurück. Man sieht es geht, man muss nur wollen, aber anscheinend wollen wir einfach nicht.

Bei dieser Lage ist es nicht verwunderlich, das digitale Vertriebsplatformen wie Steam, Impulse oder Direct2Drive (nur einige die mir gerade in den Sinn kamen) auf dem Vormarsch sind. Das hilft den reinen Konsolenspielern natürlich leider garnicht. Auch ist sicherlich in dem Bereich noch einiges Verbesserungswürdig. Bei Steam zum Beispiel kauft man nur Nutzungsrechte, die Steam jederzeit wieder entziehen kann wenn sie lustig sind, doch in vielen Fällen ist der digitale Kauf eine echte Alternative. Wer sowieso schon Steam benutzt, da es ja bei einigen aktuellen Titeln als Authentifizierungsserver verwendet wird, greift auch schnell mal beim sogenannten ‚Weekend-Deal‘ zu. Da gibt es manchmal echte Schnäppchen wie zuletzte Lost Planet: Extreme Condition für 5 Euro.

Update: Dieses Wochenende (6.-8.3.) gibt es World of Goo für 5 Euro bei Steam. Ich denke bei dem Preis kann man nicht viel verkehrt machen.

Das sich in absehbarer Zeit etwas an der hiesigen Preisgestaltung ändert ist ungefähr so wahrscheinlich wie das Ende der Killerspiel-Debatte und als brave, willenlose Schäfchen wird sich der großteil der Käufer das auch weiterhin gefallen lassen. Alle anderen werden weiterhin aus vielen guten Gründen zur Importversion greifen und nur müde über die Preise hier lächeln. Man kann nur hoffen, dass viele dem Beispiel folgen und sich dann doch langfristig etwas ändert.

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